22 enero 2007

Stürmische Zeiten in Asuncion
oder:
Plan B


Eigentlich hatten wir ja geplant, nach dem TSK so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen.
Allerdings hatten wir als überzeugte Autofahrer keinen Plan wann flugtechnisch hier High-, low oder sonst welche Season ist.
Beim Buchen hier klärte man uns dann auf, und wir erfuhren, das noch genau bis nächsten Dienstag hier „Highseason“ ist, und genau der selbe Flug ab nächsten Mittwoch 200 Dollar pro Nase günstiger ist.

(Für alle aufmerksamen Leser unserer Heimatseite:
Den Plan nach Buenos Aires zu fahren und von dort aus zu fliegen haben wir nach sorgfältiger Abwägung der Kosten wieder verworfen. Die Kostenersparnis wäre gleich Null gewesen – bei ungleich mehr Aufwand.)

Auf jeden Fall entschlossen wir uns, die Tage noch in Asuncion auszuharren und dann nächsten Mittwoch mit dem „Sparflieger“ heimzukommen.
Nun ist eine Woche mitten in ASU nicht so witzig
und unser Hotel zwar sauber, aber nicht unbedingt sooo abwechslungsreich.
So entschlossen wir uns dem Tip einer Schwester zu folgen, die uns den Campingplatz eines paraguayischen Bruders in San Bernardino empfohlen hat.

San Bernardino, kurz San Ber, wird hier von vielen als der totale Nobelort beschrieben.
Direkt an einem schönen See vor den Toren Asuncions gelegen, von Deutschen gegründet und auch von zahlreichen Deutschen bewohnt.
Leider entspricht weder der Ort noch die Einwohner unserem Bild eines schönen Dorfs.
Warum der Ort als „Nobelort“ gepriesen wird ist für uns nicht nachvollziehbar.
Alles ist extrem angegammelt und die Deutschen die hier leben, führen offensichtlich genau das Leben, wegen dem man sich oft schämt, Deutscher zu sein. Sie lassen sich ihren – im Vergleich zu deutschen Verhältnissen eh nur relativen - Reichtum ganz massiv anmerken und pflegen eine „Kultur“ vor der uns graust.

Wenn jemand so stolz auf deutsche Volksmusik, deutsches Essen, deutsches Bier und Brauchtum ist... warum wandert er dann aus?

Bleibt nur zu hoffen, das sich die Paraguayer ihr Deutschlandbild nicht bei den paar armseligen Gestalten in San Ber holen.

Wie auch immer:

Der Campingplatz war wunderschön, der Bruder sehr, sehr nett und die Lage einmalig. Wir lagen den ganzen Nachmittag im Pool und genossen, nach den ganzen Tagen in der Stadt, mal wieder das viele Grün und die Natur um uns herum.
Leider kamen wir in der ersten Nacht in den Genuss von mehr Natur als uns lieb war:
Ein Gewitter braute sich zusammen und steigerte sich zu einem richtigen Tropensturm. Drei Stunden Regen wie aus Eimern und Wind der die Bäume umlegte. Wir zogen in der Nacht dreimal um, um möglichst nicht von umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Ästen getroffen zu werden. Dabei kamen uns natürlich auch die Berichte in den Sinn, das erst vor einigen Wochen bei einem ähnlichen Sturm über ASU mehrere Menschen von Bäumen erschlagen wurden.

Am nächsten Morgen sah der Campingplatz dann gar nicht mehr so gut aus...
Na, immerhin haben die Brüder jetzt genug Brennholz für die nächsten Jahre..


Vorher:

Nacher:

Da das Wetter auch für die nächsten Tage nicht sonderlich besser werden sollte, zogen wir schweren Herzens wieder in unser Hotel in die Stadt.

Hier warten wir jetzt auf nächsten Mittwoch. Früh um 6 geht’s dann endlich los.
Asuncion – Buenos Aires – Madrid – München.

Dann sind wir endlich wieder zuhause...
Bzw. halt in Deutschland...

Bis dann.

16 enero 2007

Tagessonderkongress Asuncion -
weit mehr als „nur“ ein Kongress.....................

Au Mann.......
Gerade haben wir den für die nächsten Monate letzten Kongress auf paraguayischen Boden hinter uns gebracht!

So sehr wir uns auch auf Deutschland freuen, so sehr werden wir unsere „Familie“ hier vermissen!

Viel zu viele hier sind uns so ans Herz gewachsen,
wir haben die meisten in den letzten 8 Monaten fast täglich gesehen,
Freude und manchmal auch Sorge geteilt,
viel zusammen erlebt, viel zusammen überlebt.
Das schweißt zusammen und da ist es hart,
wenn immer wieder welche zurück nach Deutschland müssen...

Gerade auch weil in den Versammlungen und Gruppen hier zur Zeit soviel vorangeht und man keinen Tag davon versäumen möchte.
Aber ab und zu für einige Monate Abschied nehmen gehört halt zum Leben hier dazu.

Und sie haben uns den Abschied nicht leicht gemacht:
Zuerst ein Tagessonderkongress, der seines gleichen sucht.
Genial dargelegte Gedanken, brilliante Aufgaben und Demos
und der einzigartige Spirit, den man nicht erklären kann,
sondern nur verstehen kann, wenn man ihn mal live erlebt hat.
Danach das unvermeidliche Essen im „Acuarela“.
Alle „Paraguayer“ auf einem Haufen, man sieht viele „alte“ Gesichter und viele Neue.
Und so unterschiedlich alle sind – man merkt, das uns alle eins und vor allem Einer verbindet!
Man versteht sich...

Tja,....und jetzt sitzen wir hier im Hotel und müssen uns um so profane Dinge wie Flugticket und Aufenthaltsgenehmigung fürs Auto kümmern.

Aber wie schon gesagt: wir sind ja bald wieder hier.

Jetzt freun wir uns erst mal auf alle Freunde zuhause.

Und an alle Chaquenos die nicht mehr da sein werden,
wenn wir wiederkommen:
Passt gut auf euch auf – wo auch immer ihr hingeht!
Haltet durch und vergesst niemals die Zeit auf unserem Wüstenplaneten.
Unsere Welt ist klein und wir werden uns wieder sehn!
Irgendwann, irgendwo.
(Jenny: im Europapark :) )

Und an alle , die im Chaco ausharren:
Macht weiter, bleibt tapfer. Vergesst nie, für wen wir das tun.
Und denkt immer dran: Irgendwo gibt’s bestimmt Gebiet, das noch heißer und staubiger ist... (vielleicht)

Und an Ingo und Ursel:
Nochmals vielen, vielen Dank
für alles was ihr für uns getan habt!
Ihr gebt alles - für uns alle!
1000 Dank!

Wir kommen wieder. Bis bald im Chaco.


(Ach... und an alle Pflanzen im Garten der Cruce:
Erholt euch gut von unserer Pflege. Bitte!)

08 enero 2007

Bis Bald, Paraguay!


Schweren Herzens heißt es für uns nun – zumindest für einige Zeit – Abschied vom Chaco und vor allen Dingen von all unseren Freunden hier zu nehmen.

Obwohl von Anfang an klar war, das wir von Zeit zu Zeit wieder nach Deutschland müssen, fällt uns der Abschied doch sehr schwer.
Einige unserer liebgewonnenen Freunde hier werden wir wohl für längere Zeit nicht mehr sehen, denn wenn wir im Mai wiederkommen, werden sie auch schon wieder „zuhause“ in Deutschland, der Schweiz oder sonst wo sein... und nicht alle können wiederkommen.

Trotzdem freuen wir uns auch auf Deutschland.
Auf unsere Familie, unsere Freunde!
Acht Monate sind eine lange Zeit!
„Daheim“ ist viel passiert und es wird Zeit,
das wir mal nach dem Rechten sehn.
Einige haben uns schon sehr gefehlt, wir dachten täglich an sie und freuen jetzt auf ein Wiedersehn.

Wir freuen uns auf unsere Eltern;
wir freuen uns auf die Laufer und die Nürnberger;
wir freuen uns auf nen Caipi mit Joshs im Parkcafe
und ein Radler mit Nenes in Rockenbrunn.
Wir freuen uns auf Berge und Schnee,
auf echtes Nutella und Gorgonzola.
Wir freuen uns auf so vieles und vor allem auf so viele!

Aber wir freuen uns auch darauf,
bald wieder hierher zurückzukommen!
Jeder der schon mal hier war, weiß warum..
In Deutschland wird uns wohl nicht nur der Terere
und die Siesta fehlen..
Wir werden wohl auch jeden Tag an dieses Land
und all unsere Brüder und Freunde hier denken!

Jetzt freuen wir uns erst mal darauf, wieder unterwegs zu sein.
Am 14. Januar ist in Asuncion Tagessonderkongress,
danach haben wir noch ein paar Tage in der Stadt zu tun.
Dann machen wir uns auf den Weg in argentinische Bethel nach Buenos Aires. Von dort aus versuchen wir einen günstigen Flug nach Europa zu bekommen, so dass wir,
wenn alles gut geht, Ende Januar, Anfang Februar wieder in Deutschland sein müssten.
Und wenn dort alles gut geht, müssten wir spätestens im Mai wieder hier sein.

Was für ein verrücktes Leben.
Aber es lohnt sich!

Apaga la Tele – Vive tu Vida!