06 noviembre 2006

Einer der absoluten Höhepunkte und die absolute Kraft-
Tankstelle war unser Bezirkskongress in Asuncion.





Da er erst Mitte September stattfand, war er auch heißersehnt, denn wir alle hatten schon die Berichte, die Erfahrungen und die Fotos von euren deutschen Sonderkongressen gesehen und waren natürlich voller Vorfreude!

Und auch wenn’s bei uns offiziell kein Sonderkongress war, etwas ganz besonderes war er auf jeden Fall.
Der absolute Höhepunkt in der Geschichte der deutschen Zeugen hier in Paraguay!

Heiß ersehnt auch deshalb, weil wir endlich mal alle deutschen bzw. deutschsprachigen Brüder und Schwestern, die bisher auf den Aufruf reagierten, auf einem Haufen sahen.

Einige kannten wir ja schon aus Deutschland oder eben von den Besuchen in anderen deutschen Versammlungen hier im Land. Aber so alle auf einem Haufen – das war einmalig!

Vielleicht mal so allgemein:
In Paraguay gibt es zur Zeit 4 deutschsprachige Versammlungen denen auch noch mal 3 Gruppen angeschlossen sind, die noch keine eigenen Versammlungen sind.
Die Brüder hier kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Südtirol und Holland.

Das Bethel hat bisher aufgrund des Aufrufs 256 Briefe erhalten mit insgesamt 380 Bewerbungen.

Den Bezirkskongress besuchten genau 200 Personen!
Absolute Höchstzahl!

Anhand der Zahlen klingt das alles ziemlich trocken und vielleicht auch etwas wenig, aber der Geist und die Atmosphäre auf diesem Kongress war unvergleichlich!

Für uns, die wir Bezirkskongresse immer mit vollen Fußballstadien in Verbindung bringen, war es zunächst etwas ungewohnt so im Königreichsaal des Bethels...

Schon vor dem Kongress, im Hotel war die Stimmung einmalig. Die ganze Versammlung in einem Hotel. Zusätzlich hatten wir ja alle so unsere Leute die wir aus Deutschland kannten und die eben erst nach den deutschen Kongressen nach Paraguay kamen. So nach und nach kamen dann an den beiden Tagen vor dem Kongress alle an, von denen wir uns in Deutschland schon mit einem „Man sieht sich in Paraguay“ verabschiedet haben. Absolut unbeschreiblich wenn man es nicht selbst erlebt hat.
Zusätzlich überrascht wurden wir von einigen, die wir aus Deutschland kannten, von denen wir aber gar nicht wussten, das sie auch nach Südamerika gehen..




Jenny und ich waren ja auch vorher schon etwas hier im Land unterwegs und kannten die Versammlungen in Asuncion und Santa Rosa schon, aber während der Kongresstage wuchs die ganze deutsche Truppe richtig zusammen und wurde wie eine richtige Familie... Alle waren ja erst in den Monaten, Wochen oder sogar Tagen vor dem Kongress in PY angekommen aber trotzdem kannte schon jeder jeden irgendwie und über irgendwen.

Die am heißesten diskutierte Frage an den Kongressabenden war denn auch, was uns alle verbindet.
Hier sind die unterschiedlichsten Charaktere, die verschiedensten Menschen und die abgefahrnsten Vorgeschichten und Beweggründe versammelt, aber irgendwas muss uns ja alle verbinden.
Aber was?
Die Liebe zu Jehova? Klar, aber dann könnten wir auch in Deutschland dienen...
Die Liebe zu Abenteuer? Naja, längst nicht alle hier sind Abenteurer...
Vermutlich ists tatsächlich die Liebe zu den Menschen und das
Dringlichkeitsbewusstsein das uns hierher treibt.

Wir kamen zu keinem Ergebnis, aber niemand von uns möchte lieber woanders sein als hier.
Und das liegt sicher nicht an der hohen Lebensqualität in PY!

Wie auch immer – Kongressfeeling hier ist einfach anders.
Wir brauchen euch sicher nicht zu schreiben, das der Kongress programmtechnisch genial und für jeden einzelnen echt Speise zur rechten Zeit war...
Aber wir können euch schreiben, das auch das drumherum des Kongresses hier viel entspannter ist. Kein kilometerweises Schleppen der Thermobox mit dem Essen. Das Auto steht direkt vor dem Saal und in der Mittagspause werden in der Auffahrt Tische und Stühle aufgestellt, so das das ganze mehr wie ein großes Picknick aussieht...









Und der Gesprächsstoff geht uns auch nie aus. Alle haben eigentlich erst mal die selben Fragen und Probleme wenn sie ankommen...

Was tun gegen die Sonne?
Was tun gegen die Mücken?
Was tun gegen die Schlangen?
Wo bekomm ich Möbel?
Wo bekomm ich ne gute Autowerkstatt?
Wo bekomm ich Nutella?

Alles gar nicht so einfach hier, aber wenn man sich erst mal drangewöhnt hat, und sich ein bisschen auskennt, fehlt einem hier eigentlich nix.
Ganz im Gegenteil..

Interessant das viele die Anfangs nur mal für ein paar Wochen kommen wollten, inzwischen ihre Angelegenheiten so regeln, das sie entweder länger bleiben können, bzw. das sie bald wieder kommen können und zwar dann für länger.

Eine Schwester prägte mal einen Satz, der hier ziemlich die Runde macht, weil er einfach alles auf den Punkt bringt:

„Am Anfang dachten wir Paraguay braucht uns –
bis wir merkten: Wir brauchen Paraguay!“

Gerade hier wird einem bewusst, wie sehr wir doch jeden einzelnen unserer Brüder brauchen und wie wichtig es ist, füreinander da zu sein.

Alle die sich das nicht vorstellen können, sind herzlich eingeladen, mal hierher zu kommen und sich das anzuschauen. Man muss es einfach gesehen und geschmeckt haben!

P.S.: Interessanterweise kommen wesentlich mehr junge Schwestern als junge Brüder hierher. Deshalb noch mal kurz der Aufruf an alle jungen Brüder: Setzt euch in den Flieger und kommt hierher. Wir haben mehr als genug Arbeit...